Fürs Vorstellungsgespräch üben
Typische Fragen – mit dem, was der Betrieb wissen will, einem Tipp und einer Beispielantwort.
1Erzähl mal etwas über dich.
Das will der Betrieb wissen
Die Frage soll das Eis brechen. Der Betrieb will sehen, wie du dich ausdrückst und was dich ausmacht.
So antwortest du
Nenn kurz Alter, Schule und ein, zwei Dinge, die du gern machst. Schließ mit einem Satz, warum du hier bist. Üb das vorher einmal laut.
Beispiel
„Ich bin 15 und gehe in die neunte Klasse einer Realschule. In meiner Freizeit spiele ich Handball und passe manchmal auf die Kinder unserer Nachbarn auf. Ich suche einen Nebenjob, weil ich eigenes Geld verdienen und erste Erfahrungen sammeln möchte.“
2Was machst du in deiner Freizeit?
Das will der Betrieb wissen
Hobbys verraten viel über dich: ob du dranbleibst, im Team spielst oder Verantwortung übernimmst.
So antwortest du
Nenn ein, zwei Hobbys und sag, was du dabei lernst. Bleib ehrlich: Zocken ist okay, wenn du erklären kannst, was dir daran gefällt.
Beispiel
„Ich spiele seit fünf Jahren Fußball im Verein und helfe inzwischen beim Training der Jüngeren. Dabei habe ich gelernt, geduldig zu sein und Dinge gut zu erklären. Außerdem fotografiere ich gern, am liebsten draußen.“
3Warum möchtest du bei uns arbeiten?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will wissen, ob du dich mit ihm beschäftigt hast – oder ob du dich einfach überall bewirbst.
So antwortest du
Schau dir vorher die Webseite an oder geh einmal vorbei. Nenn einen konkreten Grund, der wirklich zu diesem Betrieb passt, und verbinde ihn mit dir.
Beispiel
„Ich kaufe selbst oft hier ein und finde die Stimmung im Laden immer freundlich. In der Anzeige stand außerdem, dass neue Leute gut eingearbeitet werden. Das ist mir wichtig, weil ich Neues lernen und es dann auch richtig machen will.“
4Warum möchtest du neben der Schule arbeiten?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will sehen, ob du das selbst willst und ob du die Schule trotzdem im Griff hast.
So antwortest du
Sag ehrlich, dass du Geld verdienen möchtest – das ist völlig normal. Ergänz, was du außerdem lernen willst und dass die Schule für dich vorgeht.
Beispiel
„Ich spare auf meinen Führerschein und möchte das Geld selbst verdienen. Außerdem will ich wissen, wie es im Arbeitsalltag läuft. Die Schule geht trotzdem vor, deshalb habe ich mir genau überlegt, an welchen Tagen ich Zeit habe.“
5Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will wissen, ob du weißt, was dich erwartet – und ob du die Ausbildung bis zum Ende durchziehst.
So antwortest du
Zeig, dass du dich informiert hast: Was macht man in dem Beruf, und was gefällt dir daran? Ein Praktikum oder eine eigene Erfahrung ist dein bestes Argument.
Beispiel
„Im Schülerpraktikum war ich zwei Wochen in einer Kfz-Werkstatt. Mir hat gefallen, dass man einen Fehler sucht und am Ende das Auto wieder läuft. Seitdem helfe ich meinem Onkel, wenn er an seinem Roller schraubt, und weiß: Genau das will ich lernen.“
6Warum sollten wir gerade dich nehmen?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb gibt dir die Chance, alles auf den Punkt zu bringen. Er will hören, was du konkret mitbringst.
So antwortest du
Nenn zwei, drei Punkte, die zur Stelle passen, und belege jeden mit einem kurzen Beispiel. Du musst nicht besser sein als alle anderen – zeig, warum du gut passt.
Beispiel
„Ich bin zuverlässig: Seit zwei Jahren gehe ich jeden Tag mit dem Hund unserer Nachbarin raus, auch bei Regen. Ich lerne schnell und frage nach, statt zu raten. Und ich habe Lust auf genau diese Arbeit, weil ich gern mit Menschen zu tun habe.“
7Was sind deine Stärken?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will wissen, ob du dich selbst einschätzen kannst und ob deine Stärken zur Arbeit passen.
So antwortest du
Such dir zwei Stärken aus, die zur Stelle passen – dein Profil ist ein guter Startpunkt. Erzähl zu jeder ein kurzes Beispiel. Das überzeugt mehr als fünf Adjektive.
Beispiel
„Ich bleibe ruhig, auch wenn viel los ist. Beim Sommerfest unseres Vereins habe ich drei Stunden lang die Kasse gemacht, die Schlange war lang, und am Ende hat trotzdem jeder Cent gestimmt. Außerdem bin ich ordentlich: Bei mir hat alles seinen Platz.“
8Was sind deine Schwächen?
Das will der Betrieb wissen
Das ist keine Falle. Der Betrieb will sehen, ob du ehrlich bist und an dir arbeitest.
So antwortest du
Nenn eine echte Schwäche, die für die Stelle nicht entscheidend ist, und sag, was du dagegen tust. Auswendig gelernte Floskeln wirken schnell unecht.
Beispiel
„Ich werde manchmal ungeduldig, wenn etwas nicht sofort klappt. Ich habe gemerkt, dass es hilft, kurz durchzuatmen und noch mal nachzufragen. Das klappt inzwischen schon viel besser.“
9Wie gehst du mit Stress um?
Das will der Betrieb wissen
In vielen Jobs wird es mal hektisch. Der Betrieb will wissen, ob du dann den Überblick behältst.
So antwortest du
Beschreib, was du konkret machst, wenn es eng wird – zum Beispiel Prioritäten setzen oder um Hilfe bitten. Ein echtes Beispiel aus Schule, Job oder Verein macht es glaubwürdig.
Beispiel
„Wenn viel auf einmal kommt, mache ich mir eine kurze Liste und arbeite sie der Reihe nach ab. Merke ich, dass ich etwas nicht schaffe, sage ich früh Bescheid, statt es aufzuschieben. Und nach einem vollen Tag hilft mir Sport, um runterzukommen.“
10Wie gehst du mit Kritik um?
Das will der Betrieb wissen
Gerade am Anfang bekommst du viele Rückmeldungen. Der Betrieb will wissen, ob du sie annehmen und daraus lernen kannst.
So antwortest du
Zeig, dass du zuhörst, nachfragst und es beim nächsten Mal besser machst. Ein kurzes Beispiel, bei dem dir Kritik geholfen hat, wirkt stark.
Beispiel
„Erst mal höre ich zu und frage nach, wenn ich etwas nicht verstehe. Mein Trainer hat mir mal gesagt, dass ich im Spiel zu wenig rede. Das hat mich kurz geärgert, aber er hatte recht – heute sage ich viel mehr an, und wir spielen besser zusammen.“
11Was machst du, wenn ein Kunde unfreundlich ist?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will sehen, ob du ruhig und freundlich bleibst – auch wenn es mal unangenehm wird.
So antwortest du
Zeig, dass du ruhig bleibst, zuhörst und eine Lösung suchst. Sag auch, dass du dir Hilfe holst, wenn du nicht weiterkommst – das ist kein Versagen, sondern richtig.
Beispiel
„Ich bleibe ruhig und höre erst mal zu, worum es geht. Oft ist jemand nur gestresst, und es hilft schon, das Problem ernst zu nehmen. Wenn ich nicht weiterkomme oder jemand beleidigend wird, hole ich die Schichtleitung dazu.“
12Was machst du, wenn dir ein Fehler passiert?
Das will der Betrieb wissen
Fehler passieren allen. Der Betrieb will wissen, ob du dazu stehst – damit Probleme nicht erst spät auffallen.
So antwortest du
Sag, dass du den Fehler sofort meldest, hilfst, ihn zu beheben, und daraus lernst. Ehrlichkeit zählt hier mehr als Perfektion.
Beispiel
„Ich sage sofort Bescheid, auch wenn es unangenehm ist. Je früher jemand davon weiß, desto leichter lässt es sich beheben. Danach überlege ich, wie es nicht noch mal passiert – zum Beispiel, indem ich mir die Schritte aufschreibe.“
13Wie sind deine Noten in Mathe und Deutsch?
Das will der Betrieb wissen
Viele Berufe brauchen sicheres Rechnen und Schreiben. Der Betrieb will wissen, wo du stehst – und wie du mit schwächeren Noten umgehst.
So antwortest du
Sag deine Noten ehrlich, sie stehen ja im Zeugnis. Wenn eine Note nicht gut ist, erklär kurz, was du tust, um besser zu werden.
Beispiel
„In Deutsch habe ich eine Zwei, in Mathe eine Vier. Mathe fällt mir schwerer, deshalb gehe ich seit diesem Halbjahr einmal pro Woche zur Nachhilfe. In der letzten Arbeit hatte ich schon eine Drei.“
14In deinem Zeugnis stehen einige Fehltage. Woran lag das?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will wissen, ob er sich auf dich verlassen kann. Fehltage fallen auf, deshalb lohnt sich eine ehrliche Erklärung.
So antwortest du
Bleib ehrlich und sachlich – eine Diagnose musst du nicht nennen. Sag, ob der Grund vorbei ist. Und wenn du geschwänzt hast, steh dazu und erklär, was sich seitdem geändert hat.
Beispiel
„Im letzten Halbjahr war ich zweimal länger krank. Das ist jetzt ausgestanden, und in diesem Halbjahr habe ich bisher keinen Tag gefehlt.“
15Wo siehst du dich in drei Jahren?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb will wissen, ob du Pläne hast und ob er längerfristig mit dir rechnen kann.
So antwortest du
Du brauchst keinen perfekten Lebensplan. Zeig, dass du dich weiterentwickeln willst – zum Beispiel die Ausbildung abschließen oder mehr Verantwortung übernehmen.
Beispiel
„Bis dahin möchte ich in meinen Aufgaben richtig sicher sein und neuen Leuten selbst etwas zeigen können – am liebsten hier. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, würde ich auch gern mehr Verantwortung übernehmen.“
16Wann kannst du arbeiten?
Das will der Betrieb wissen
Der Betrieb plant Schichten und will wissen, ob deine Zeiten passen. Bei unter 18-Jährigen muss er außerdem den Jugendarbeitsschutz einhalten.
So antwortest du
Nenn feste Tage und Uhrzeiten, die du sicher schaffst – lieber weniger und dafür zuverlässig. Wie lange und bis wann du in deinem Alter arbeiten darfst, zeigt dir der Rechte-Check.
Beispiel
„Dienstags und donnerstags habe ich nach der Schule Zeit, jeweils ab 15 Uhr für zwei Stunden. In den Ferien kann ich auch an anderen Tagen.“
17Hast du noch Fragen an uns?
Das will der Betrieb wissen
Fast jedes Gespräch endet so. Der Betrieb will sehen, ob du echtes Interesse hast und dich vorbereitet hast.
So antwortest du
Sag nicht einfach „Nein“. Bereite zwei, drei Fragen vor und stell ein oder zwei davon – Ideen findest du unter „Deine Fragen“.
Beispiel
„Ja, zwei Fragen hätte ich noch. Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Und wie geht es nach dem Gespräch weiter?“
18Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Das will der Betrieb wissen
Du zeigst, dass du dir die Arbeit konkret vorstellen willst. Und du erfährst, was wirklich auf dich zukommt.
So antwortest du
Stell die Frage, wenn du am Ende nach deinen Fragen gefragt wirst. Hör gut zu – oft ergibt sich daraus gleich die nächste Frage.
Beispiel
„Mich würde interessieren, wie ein typischer Tag hier abläuft. Was wären am Anfang meine wichtigsten Aufgaben? Und mit wem arbeite ich dabei am meisten zusammen?“
19Wie läuft die Einarbeitung ab?
Das will der Betrieb wissen
Du zeigst, dass du es von Anfang an richtig machen willst. Und du merkst, ob sich der Betrieb Zeit für neue Leute nimmt.
So antwortest du
Gerade beim ersten Job ist das eine gute Frage. Frag ruhig auch, wer am Anfang deine feste Ansprechperson wäre.
Beispiel
„Wie läuft die Einarbeitung ab? Gibt es am Anfang eine feste Person, die mir alles zeigt und die ich fragen kann?“
20Kann ich vorher einen Tag reinschnuppern?
Das will der Betrieb wissen
Du zeigst echtes Interesse. Und du kannst selbst prüfen, ob dir die Arbeit und das Team gefallen.
So antwortest du
Frag das, wenn du den Betrieb besser kennenlernen willst, bevor du zusagst. Wenn es klappt, kläre gleich, wann du da sein sollst und was du anziehen sollst.
Beispiel
„Ich kann mir die Arbeit hier gut vorstellen. Wäre es möglich, vorher einen Tag reinzuschnuppern? Dann sehe ich, wie der Alltag wirklich aussieht.“
21Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Das will der Betrieb wissen
Du zeigst, dass du langfristig denkst. Und du erfährst, ob der Betrieb seine Azubis gern übernimmt.
So antwortest du
Frag das im Gespräch für einen Ausbildungsplatz, nicht beim Nebenjob. Hör auch hin, ob es nach der Ausbildung Weiterbildungen gibt.
Beispiel
„Mich würde interessieren, wie es nach der Ausbildung weitergeht. Werden Azubis hier oft übernommen?“
22Wie geht es nach dem Gespräch weiter?
Das will der Betrieb wissen
Du zeigst, dass du es ernst meinst. Und du weißt danach, wann du ungefähr mit einer Antwort rechnen kannst.
So antwortest du
Stell diese Frage ganz am Schluss. Wenn du bis zum genannten Termin nichts hörst, darfst du freundlich nachfragen.
Beispiel
„Wie geht es jetzt weiter? Bis wann kann ich ungefähr mit einer Rückmeldung rechnen? Vielen Dank für das Gespräch.“